Home Blog Zahlungen Von PSD2 zu PSD3: Ein Leitfaden und Zeitplan zur neuen Zahlungsdiensteregulierung 2026 

Von PSD2 zu PSD3: Ein Leitfaden und Zeitplan zur neuen Zahlungsdiensteregulierung 2026 

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Ende November 2025 markiert einen Wendepunkt: Die EU hat sich auf einen grundlegenden Umbau der Zahlungsdiensteregulierung geeinigt. PSD2 soll durch ein zweigeteiltes Framework ersetzt werden: die neue, erweiterte PSD3-Richtlinie als Nachfolger von PSD2 zur Lizenzierung und die Payment Services Regulation (PSR), eine direkt anwendbare Verordnung für einheitliche Standards.

Für CFOs im DACH-Raum bedeutet das: Neue Compliance-Anforderungen treffen auf echte Chancen zur Modernisierung. Wer jetzt strategisch handelt, kann regulatorische Risiken minimieren und gleichzeitig die Liquiditätstransparenz verbessern, Betrugsschäden reduzieren und Zahlungsprozesse standardisieren.

Auf einen Blick

  • Zweigleisiger Regulierungsansatz: PSD3 soll Lizenzierung regeln, PSR soll Verhaltensstandards direkt in allen EU-Staaten harmonisieren.
  • Betrugsbekämpfung verschärft: Geplante verpflichtende IBAN-Namensverifizierung, strengere Haftung bei autorisiertem Überweisungsbetrug.
  • Zeitplan: Politische Einigung November 2025, Compliance-Fristen voraussichtlich zwischen Ende 2027 und 2028.
  • Open Banking der nächsten Generation: Vorgesehene strengere API-Standards, Abbau von Barrieren, Kunden-Dashboards für Einwilligungen.

Warum der Wechsel zu PSD3 und PSR jetzt passiert

Die EU hat erkannt: Nationale Umsetzungsunterschiede von PSD2 führten zu Fragmentierung. Regulatorischer Arbitrage durch unterschiedliche Auslegungen in verschiedenen Mitgliedstaaten sowie Schwächen bei Themen wie 2-Faktor-Authentifizierung. Die angestrebte Lösung ist daher: Evolution von PSD2 zu PSD3 für die Lizenzierung und gleichzeitig die Einführung der PSR als direkt gültige Verordnung für einheitliche Standards.

Drei zentrale mögliche Implikationen für DACH-Unternehmen

Die PSR soll echte Rechtseinheit schaffen. Ziel ist es, nationale Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und anderen EU-Ländern zu reduzieren, wodurch grenzüberschreitende Aktivitäten einfacher werden.

API-Standards sollen deutlich verschärft werden. Viele Treasury-Teams investieren heute noch erhebliche Zeit in manuelle Abstimmungen. PSD3 und PSR sollen diese Medienbrüche durch performante, verlässliche APIs beseitigen. Wer jetzt bereits auf Echtzeit-Treasury setzt, dürfte gut vorbereitet sein.

Auch die Betrugsbekämpfung dürfte zum harten Compliance-Faktor werden. Angesichts steigender Schadenssummen durch autorisierten Überweisungsbetrug sieht das Framework verpflichtende Kontoinhaber-Namensabgleiche und strengere Haftungsregeln vor.

Schweizer Besonderheit: Die Schweiz ist nicht direkt betroffen, aber die FINMA richtet sich oft an EU-Standards aus. Schweizer CFOs mit EU-Tochtergesellschaften sollten prüfen, inwieweit ihre europäischen Operationen den neuen Anforderungen entsprechen müssen.

Die drei Änderungen, die voraussichtlich am meisten zählen

Es befindet sich eine Fülle an Vorschlägen in Begutachtung und die finale Richtlinie wurde noch nicht verabschiedet. Dennoch kristallisieren sich einige Themen bereits jetzt heraus, die Finanzmanager besonders betreffen: 

1. IBAN-Namensabgleich soll Pflicht werden

Banken sollen künftig vor jeder Überweisung prüfen: Stimmt der angegebene Empfängername mit dem beim kontoführenden Institut hinterlegten Namen überein? Hintergrund dazu ist autorisierter Überweisungsbetrug, bei dem Opfer durch Social Engineering getäuscht werden. Dieser hat in den vergangenen Jahren nach Branchenberichten spürbar zugenommen. 

Was das für Sie bedeuten könnte:

Ihre Lieferantenstammdaten sollten sauber sein. Abweichungen zwischen Namen und Kontoinhabern könnten Zahlungen verzögern oder blockieren. Systeme zur Zahlungsabwicklung müssten gegebenenfalls Verifikationsergebnisse verarbeiten und bei Warnungen Workflows anstoßen. 

Ein möglicher Vorteil: Sie könnten sich besser vor betrügerischen Zahlungsanweisungen schützen.

2. Open Banking soll erwachsen werden

Erklärtes Ziel ist: Schluss mit unzuverlässigen APIs und Workarounds. PSD3 und PSR sehen klare Performance-Standards vor und sollen Hindernisse wie unnötige Re-Authentifizierung beseitigen. Parallel dazu würde die Financial Data Access Regulation (FIDA) den Datenaustausch über Zahlungskonten hinaus auf Investitionen, Versicherungen und Altersvorsorge erweitern.

Ihr möglicher Vorteil:

Zuverlässiger Zugang zu Echtzeitdaten über regulierte Provider könnte automatisierte Liquiditätstransparenz, Multi-Bank-Konnektivität und Echtzeit-Abstimmung verbessern. Teams könnten von manuellen Prozessen zu vernetzten, API-gesteuerten Abläufen wechseln und möglicherweise schneller auf Marktveränderungen reagieren.

Embats Plattform integriert bereits heute mit Bank-APIs für Echtzeit-Treasury-Transparenz und automatisierteCashflow-Prognosen

3. Nicht-Bank-PSPs möglicherweise unter Druck

Fintech-Acquirer, Wallets, E-Geld-Institute: Alle Nicht-Bank-Zahlungsdienstleister sollen nach aktuellem Stand deutlich strengere Absicherungs- und Kapitalregeln erhalten. Das würde besseren Schutz für Kundengelder bedeuten, aber auch: Provider könnten Services anpassen oder Preise ändern.

Ihre mögliche Aufgabe:

Es könnte sich lohnen, jetzt Ihre PSP-Landschaft zu überprüfen. Mehr Due Diligence wäre erforderlich, aber auch mehr Sicherheit möglich. Embats Integrations plattform bietet Funktionen für zentrales Management verschiedener Zahlungsdienstleister: Bei Bedarf könnten Sie schneller wechseln, ohne interne Prozesse komplett neu aufzusetzen.

PSD3 vs. PSD2: Alle Änderungen in einer Vergleichstabelle

Die vorgeschlagenen Änderungen durch PSD3 und PSR betreffen eine Vielzahl von Bereichen, die Corporate Treasury und Finanzteams beeinflussen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten aktuellen Rahmenbedingungen unter PSD2 und die erwarteten Änderungen unter PSD3 und PSR – sowie deren praktische Auswirkungen:

BereichPSD2 (Status quo)PSD3 + PSR (geplant)Was es für Ihr Unternehmen bedeutet
RechtsstrukturEinzelne Richtlinie, in jedem EU-Land unterschiedlich umgesetztAufspaltung in PSD3 (Richtlinie) + PSR (Verordnung)Einheitlichere Regeln in der EU; potenziell einfachere Skalierung über Märkte hinweg
Betrug und HaftungBegrenzte Abdeckung von Trickbetrug  (APP-Betrug)Verpflichtende Empfängerverifizierung, strengere BetrugsüberwachungspflichtenHöhere PSP-Haftung; möglicherweise stärkere Zahlungsprüfung und Namensabgleiche erforderlich
Open BankingAPIs vorgeschrieben, aber Qualität uneinheitlich; Fallback erlaubtStrengere API-SLAs, Fallback entfällt bei Standard-konformen APIsZuverlässigere APIs; kann Automatisierung der Abstimmung effektiver ermöglichen
GebührentransparenzBasisinformationen zu GebührenDetaillierte Vorab-Offenlegung, Währungsaufschlag vs. ReferenzkurseErleichtert Benchmarking von Providern; unterstützt bessere Verhandlungen
Starke Kundenauthentifizierung (SCA)Basisregeln mit starren AusnahmenFlexible, risikobasierte SCA mit erweiterten biometrischen VerfahrenKann Neugestaltung von Auth-Prozessen erfordern; Balance zwischen Sicherheit und User Experience

Der Zeitplan: Ab wann könnte es ernst werden?

Die folgenden Zeitpläne basieren auf aktuellen Vorschlägen und politischen Einigungen. Endgültige Termine sind nach offizieller Veröffentlichung zu bestätigen und können sich ändern:

  • November 2025: Politische Einigung zwischen Europäischem Parlament und Rat erzielt.
  • Voraussichtlich Mitte 2026: Veröffentlichung im EU-Amtsblatt erwartet; PSR/PSD3 treten 20 Tage später in Kraft.
  • Ende 2027: Erwartetes Ende der 18- bis 21-monatigen Übergangsphase; PSR-Compliance wird voraussichtlich verpflichtend.
  • 2027–2028: Mitgliedstaaten müssen PSD3 in nationales Recht umsetzen. 

Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Die BaFin wird bis 2027/2028 die nationalen Umsetzungsgesetze für PSD3 erlassen, während die PSR bereits ab Ende 2027 direkt gilt.

Für österreichische Unternehmen: Die Finanzmarktaufsicht (FMA) wird ähnliche Zeitpläne verfolgen.

Für Schweizer Unternehmen: Auch wenn die Schweiz nicht direkt betroffen ist, sollten Sie prüfen, inwieweit Ihre EU-Tochtergesellschaften oder -Zahlungsströme den neuen Anforderungen unterliegen. Die FINMA könnte mittelfristig ähnliche Standards für in der Schweiz tätige PSPs einführen, um Interoperabilität zu wahren.

Fünf Schritte, die Sie als CFO jetzt in Betracht ziehen könnten

Neue Regulierung wird oft als Belastung wahrgenommen. Doch die klugen CFOs sehen in PSD3 und PSR eine Chance: Wer jetzt in moderne Treasury-Infrastruktur investiert, erfüllt nicht nur künftige Compliance-Anforderungen, sondern steigert gleichzeitig Effizienz und Transparenz.

Hier sind fünf konkrete Schritte:

1. Risikopositionen identifizieren

Identifizieren Sie, welche Konzerneinheiten als EU-lizenzierte PSPs oder intensive EU-Konten-Nutzer gelten könnten. Erwägen Sie, eine risikobasierte Planung zu erstellen.

2. Open-Banking-APIs nutzen

Erwägen Sie, Liquiditätstransparenz zu zentralisieren, Abstimmungen zu automatisieren und Bankverbindungen mittels Open-Banking zu konsolidieren. Embats Echtzeit-Konnektivität zu über 15.000 Banken und Dienstleistern kann dabei unterstützen, Liquiditätspositionen zu konsolidieren.

3. SCA- und Betrugspräventionskosten als Investment sehen

Stärkere SCA und Transaktionsüberwachung dürften bald Pflicht werden. Sie können auch dazu beitragen, Betrugsverluste und Reklamationskosten zu reduzieren. Erwägen Sie zentralisiertes Zahlungsmanagement mit automatisierten Plausibilitätsprüfungen.

4. Absicherung und Resilienz verbessern

Für Konzerne mit Nicht-Bank-PSPs: Aktualisieren Sie Governance rund um Absicherungskonten, Abstimmungsfrequenzen sowie stress-getestete Abwicklungspläne. Embats ISO 27001-zertifiziertes Framework kann dabei unterstützen, mehr dazu unter Sicherheit.

5. Transparenz für Verhandlungen nutzen

PSD3 sieht detaillierte Gebühren- und Wechselkurs-Offenlegung vor. Dies könnte Ihnen ermöglichen, Provider zu vergleichen und möglicherweise bessere Konditionen auszuhandeln.

Bonus: KI-gestützte Prozessautomatisierung

Embats TellMe AI analysiert Ihre Zahlungshistorie und kann dabei helfen, ungewöhnliche Muster zu erkennen, etwa ungewöhnliche Beträge oder auffällige Gegenparteien.

Fazit: Regulierung als Katalysator nutzen

PSD3 und PSR könnten mehr sein als reine Compliance. Sie bieten möglicherweise eine Chance, Treasury-Infrastruktur zu modernisieren. Strengere Betrugskontrollen, verpflichtende Namensabgleiche, transparente Gebühren, verlässliche APIs: all das könnte zur neuen Baseline werden.

Vorausschauende CFOs könnten darin einen Effizienzgewinn sehen: Wer jetzt in moderne Systeme investiert, könnte nicht nur künftige Anforderungen leichter erfüllen, sondern möglicherweise auch Transparenz und Kontrolle steigern. 

Embat wurde entwickelt, um bei solchen Herausforderungen zu unterstützen. Wir arbeiten mit lizenzierten Bank- und FinTech-Partnern, um Ihre Banken, ERPs und Zahlungssysteme in Echtzeit zu verbinden. 

Dieser Artikel wurde unter Verwendung von Daten und Analysen aus Quellen der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, BaFin und weiteren Quellen erstellt. Er dient ausschließlich informativen Zwecken und stellt keine Rechts- oder Regulierungsberatung dar. Alle Angaben zu künftigen Entwicklungen basieren auf dem aktuellen Stand der politischen Einigung und können sich ändern. 

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